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Würmer

Allgemeine Wurmkunde

Einteilung der Regenwürmer

Dem Reich der Würmer werden weltweit etwa 3.500 Arten von Wenigborstern (Oligochaeta) zugeordnet. Zu der Familie der Regenwürmer (Lumbricidae) gehören 10 Gattungen mit etwa 220 Arten. In Deutschland sind davon etwa 39 Arten heimisch. Regenwürmer werden in drei ökologische Gruppen – in Streubewohner, Mineralbodentiere und sogenannte Tiefgräber eingeteilt.
Ein typischer Tiefengräber ist der Tauwurm - Lumbricus terrestris, der seine Wohnröhren mehrere Meter tief unter der Erde anlegt. Er ist die größte, hier lebende Wurmart. Der größte Wurm der Welt ist in Gippsland, im Bundesstaat Victoria Australiens zu finden. Sein Name ist Megascolides australis. Er erreicht bis zu drei Meter Länge, hat aber nur einen Zentimeter Durchmesser. Zu den Streubewohnern gehören der Mist- bzw. Kompostwurm - Eisenia foetida, Eisenia andrei, sowie Eisenia hortensis, auch unter dem Namen Dendrobaena veneta oder auch „Dendrobena“ bzw. „Dendro´s“ bekannt. Diese Spezien eignen sich sehr gut für die Wurmkompostierung in unseren Breitengraden.

Körperbau von Regenwürmern

Regenwürmer besitzen einen aus bis zu 200 gleichgestalteten Segmenten bestehenden Hautmuskelschlauch aus Längs-, Diagonal- und Ringmuskeln. Zur Fortbewegung werden die jeweilig benötigten Muskeln kontrahiert. Für zusätzlichen Halt dienen ihnen, je nach Art, 4 oder 8 Borstenpaare an jedem Segment. Im Inneren befinden sich 5 Herzen und 6 Nieren, sowie ein hochentwickeltes Nervensystem. Regenwürmer atmen durch die Haut und besitzen daher keine Lungen. Sie sind äußerst empfindlich gegenüber Licht mit hohem UV-Anteil. Das kurzwellige blaue Licht erhöht ihren Sauerstoffbedarf enorm. Die Tiere geraten rasch in Atemnot, werden gelähmt, trocknen aus und sterben. In frischem, kalten Wasser mit reichlichen Sauerstoffanteil hingegen überleben sie mehrere Tage.

Fortpflanzung von Regenwürmern

Regenwürmer werden im Durchschnitt etwa 3-8 Jahre alt. Sie besitzen männliche und weibliche Geschlechtsorgane (hermaphrodit). Nach erfolgter wechselseitiger Befruchtung wird in den darauf- folgenden Tagen ein hellbraun-grünlicher Kokon (ein Wurmei), in Form einer Zitrone, abgelegt. Dieser bringt, je nach Art, 1-12 Jungwürmer hervor. Die Geschlechtsreife erreichen Regenwürmer, je nach Art, ab etwa 45-150 Tagen. Verschiedene Arten lassen sich nicht miteinander kreuzen. Das Zerteilen eines Regenwurms ergibt auch nicht 2 Regenwürmer. Bestenfalls überlebt das Kopfende.

Ernährung von Regenwürmern

Regenwürmer ernähren sich von Mikroorganismen, wie Pilzen, Bakterien und Algen. Diese sind zahlreich in angerottetem pflanzlichen Material zu finden, welche sie bei ihrer Nahrungsaufnahme im Boden oder in der Streuschicht aufnehmen. Gesunde Pflanzenteile, wie die Feinwurzeln von Keimlingen, werden von Regenwürmern weder gefressen, noch geschädigt. Regenwürmer kennen keine Ruhepause und haben großen Appetit. Sie nehmen pro Tag etwa die Hälfte ihres Körpergewichtes zu sich und produzieren dabei den sogenannten Wurmhumus bzw. Wurmkompost, einen hochwertigen organischen Dünger von krümeliger Struktur mit hochkonzentrierten Bestandteilen an pflanzenverfügbaren Nährstoffen.

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